Angela, langjährige Freundin und gute Seele aus alten Asphaltzeiten, koordinierte einst die europäische SuperTwinTopGas-Klasse. Jetzt schrieb sie in ihrer Funktion als Geschichten-Bewahrerin die Erfolge des "Diabolo Drag Race" Teams nieder.

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Motorräder hatten Günter Retsch schon immer fasziniert und als die Anfrage von einem alten Kollegen kam das Dragster-Team als Mechaniker zu ergänzen wurde nicht lange gezögert. Nach einigen Rennen als Mechaniker war klar, dass er seinen eigenen Dragster bauen wollte und dieses natürlich auf Basis einer geliebten Ducati.
Gesagt getan !! Mit Unterstützung alter Freunde wurde das Projekt Ducati Top Gas Bike geboren und schon im Winter 1993/1994 stand das gute Stück race ready in der Garage.

Als erstes Testszenario wurde ein Showlauf auf einer Motorradveranstaltung in Speyer absolviert.
Nun war klar - Motor hält - und es geht schnurgerade aus.
Damit war der Einstieg in den Rennsport gemacht. Bereits auf dem ersten Rennen der europäischen Meisterschaft 1994 konnte, wenn auch mit ein wenig Glück, der erste Platz eingefahren werden.

Neben all den „dicken“ Harleys zeigte sich die Ducati als elegant und zugleich bissig genug den Milwaukee „Eisen“ den Kampf anzusagen.
Natürlich blieb auch bei Günter der Wunsch nach noch mehr Leistung nicht unerfüllt und bereits 1995 stieg das Team auf einen 888cm 4-Ventil Ducati Motor um. Dieses etwas andere Motorkonzept wurde dann 1996 noch flugs um einen Turbolader erweitert und von Rennen zu Rennen verfeinert.

Viele 2. Und 3. Plätze brachten dem Team grenzenlosen Respekt der restlichen Klasse entgegen und sogleich wurde über weitere Modifikationen nachgedacht.
Ein speziell für den Rennsport in Finnland entwickeltes Motormanagement der Firma HESTEC sorgte für bessere Zeiten und einige 1. Plätze.
Wie sagt man doch so schön: „wer rastet der rostet“. Ein solches Dragster-Projekt ist einem ständigen Prozess unterzogen. Damit dieser Prozess auch hier nicht unterbrochen wurde kamen Günter und sein Team zu der Entscheidung, den Dragster mit Hilfe eines noch grösseren Turboladers weiterzuentwickeln.
Dass die Ideen dieses Teams gut waren zeigte sich 1998. Mit der ersten 8 Sekunden Zeit (8,87) war der Beweis angetreten und ein 2.Platz in Hockenheim der Dank. Man möge kurz erwähnen, dass dieser 2. Platz mit geplatzten Turboladerschlauch kurz vor dem Ziel eingefahren wurde.
Bereits ein Jahr und eine neuen Schlauch später wurde die viele Arbeit belohnt. Auf Europas grösstem Dragster Event in Hockenheim gab es Standing Ovation für den schönsten und spannensten Lauf der italienischen Diva. Endlich konnte dieser wichtige 1.Platz gefeiert werden.
Im Laufe dieser vielen Jahre wurden fast alle mechanischen Komponenten verbessert. Dies führte dazu, dass das Fahrwerk den Anforderungen nicht mehr gewachsen war und der Bau eines neuen Rahmens ein zwingender nächster Schritt gewesen wäre.
Das Diabolo Team war an einem Scheideweg angekommen. Ein neues Fahrwerk hätte immensen Zeit- und Geldaufwand bedeutet.
Doch viel war auch privat beim Team passiert (Kinder, Hochzeiten) und so entschied man sich schweren Herzens nach fast 10 Jahren die Dragsterszene zu verlassen.

Team ist Team und Freundschaft hört nicht auf. Daher fuhr man nun lieber gemeinsam regulär auf der Strasse und ab und zu auch ein wenig Rundstrecken und Supermoto.

Der Film „The worlds fastest Indian“ hat den alten Motorsport Virus erneut zu Leben erweckt und Dank der alten und vielen neuen Freunden war klar: „wir bauen die weltweit schnellste Ducati".

Ein tolles Projekt was nur mit Hilfe vieler Freunde, vieler Sponsoren und vielen Arbeitsstunden machbar ist.
First Asphalt – Now Salt – see you all at Bonnevilles racetrack!

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