Die „Diva“ gibt sich noch ein wenig bockig

Dem Acherner Now-Salt-Team läuft die Zeit davon / Am Fahrwerk muss weiter gefeilt werden

Autor: Roland Spether

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nowsalt 29.8.2012 nowsalt 29.8.2012

Achern. „Wir sind noch immer davon überzeugt, den Rekord zu brechen und unsere Ziele zu erreichen“. Pressesprecherin Kerstin Rixen aus dem Fahrerlager des RacingTeams „Now Salt“ auf dem großen Salzsee in Bonneville klingt weiterhin optimistisch, doch nach der erfolgreichen technischen Abnahme ist an den ersten beiden Renntagen beim Acherner Team Ernüchterung eingekehrt. Das Fahrwerk der selbst gebauten Maschine auf die überraschend unebene Salzpiste einzustellen ist jetzt die zentrale Herausforderung für das Acherner Team. Doch Regen und eine gesperrte Piste haben zuletzt dafür gesorgt, dass der auf dem Acherner Team lastende Zeitdruck gewaltig angewachsen ist. Denn noch ist man angesichts des bockigen Fahrwerks weit entfernt von der angestrebten Rekordgeschwindigkeit. „Die Zufahrt steht unter Wasser. Wir hoffen dass wir noch aufs Gelände kommen, um dann weitere Änderungen vor Ort vornehmen zu können“, so Kerstin Rixen am vergangenen Montagnachmittag, als die Veranstalter alle weiteren Läufe wegen des Regens abgebrochen haben: „Aber so ist das im Rennbetrieb, wir werden weiter Gas geben“. Doch das Team sei motiviert und nach Abschluss der Rennen werde so richtig in Las Vegas gefeiert. „Wir sind bereit alles zu geben“. Mit gutem Beispiel ging Fahrer Günter Retsch voran, denn er opferte für „Ruhm und Ehre“ gerne einen Teil seines langen Rastazopfes, um passgenau in Helm und Lederkombi schlüpfen zu können. Weiter teilte Kerstin Rixen mit, dass sich im Bereich des Vorstarts nur die Crew aufhalte, alle anderen vom Team und die Besucher befinden sich im Fahrerlager. Von hier aus könne man direkt den Fahrern zusehen. „Die Größe der Veranstaltung ist auch in der Fläche zu messen: viel Natur, wenig Menschen, schnelle Maschinen“. Dass das Racing-Team im Camp die badische Fahne hisste, ist eine Reminiszenz an die Heimat, 900 Jahre Baden und die „Diva“, wie die Maschine heißt. Die Kommunikation nach Achern läuft über Yven Schneider, der in Erwartung von familiärem Nachwuchs zu Hause blieb. Aerodynamik und Leistung der Maschine seien kein Problem. Was dem Team zu schaffen mache sei der salzige Untergrund, dessen Beschaffenheit sich den Tag über ständig ändere, so Yven Schneider. Um die Feinabstimmung vornehmen zu können, müssten dem Team mehr Läufe zur Verfügung stehen, doch der Regen und die Zahl der Starter verhinderten dies bisher. Beim ersten Run schaukelte sich die Maschine bei über 100 Meilen hoch und das Team sucht nach Lösungen mit anderen Dämpfern, Reifen und sogar eingebauten Bleigewichten. Dann kam der Regen. Gestern hoffte man auf die Gelegenheit für weitere Fahrten. Bis Donnerstag 30. August einschließlich hat Günter Retsch Zeit, auf der selbst gebauten Ducati 955 Turbo in der Klasse APS/BG von 750 bis 1000 Kubikzentimeter, Kategorie A „Special Construction“, den Weltrekord zu brechen.