News im "Motorrad" von 14.09.2012

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Artikel im Achern-Bühler-Bote

Zum Klassenrekord hat es gereicht

Acherner Now-Salt-Team mit versöhnlichem Abschluss der Fahrten

Autor: Roland Spether

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presssenow salt 1.9.2012 presssenow salt 1.9.2012

Achern/Bonneville. Zum ganz großen Rekord hat es nicht gereicht, aber am Ende haben sich die hektischen Nacharbeiten an Fahrwerk und Verkleidung doch noch ausgezahlt. Mit 169,063 Meilen/Stunde, also umgerechnet 270 Stundenkilometer erzielte das Acherner „Now-Salt“-Team auf dem Salzsee bei Bonneville immerhin einen Achtungserfolg mit dem Rekord in der AMA 1000 APS/BG-Klasse. Zwar wurde der anvisierte Weltrekord von 368 Stundenkilometer deutlich verfehlt, dennoch war das Team nach den ernüchternden vier Renntagen am Ende glücklich. „Für den Weltrekord hat es (noch) nicht gereicht – aber den AMA-Rekord in unserer Klasse bringen wir für euch mit nach Hause“, so die Botschaft aus Bonneville und das klingt so, als wäre die „Diva“ nicht das letzte Mal auf dem Salzsee gewesen. „So, its over now, wir haben unser Projekt verwirklicht“ meldete das Team getreu dem Motto von Burt Monroe aus dem Film „The World Fastest Indian“: „Wenn du deine Träume nicht verwirklichst, kannst du auch ein Stück Gemüse sein“. Wie Günter Retsch berichtete, habe man unbekanntes Terrain betreten und auch einiges Lehrgeld bezahlt. „Das Fahren auf einem Salzsee ist nicht vergleichbar mit Asphalt, es ist wie eine Mischung aus festgefahrenem Schnee und nassem Kopfsteinpflaster“. Nachdem die „Diva“ auf dem Salz von Bonneville bockte, der Lenker flatterte und die Maschine sich ab einer bestimmten Geschwindigkeit aufschaukelte, war guter Rat teuer und der Crew raste im wahrsten Sinne des Wortes die Zeit davon. Hinzu kamen Rennabbrüche durch Regen, zudem fehlte es an der Möglichkeit, bei der Suche nach dem richtigen Setup mehrere Runs zu starten und die Feinabstimmung für die salzige Piste vorzunehmen. Der Durchbruch kam am vierten Renntag, nachdem sich die Schrauber um Günter Retsch dazu entschieden hatten, die „Diva“ mit dem Ducati-Herz weitgehend ohne Verkleidung zu fahren und in die vordere Radabdeckung Luftaustrittsöffnungen einzuschneiden. Nach ewig langem Warten war Licht am Ende des Tunnels zu sehen, denn mit 163,301 Meilen pro Stunde verfehlte Günter Retsch nur ganz knapp den AMA-Rekord in der Klasse der Ducati-Rennmaschine. Eilends ging es wieder zurück zum Vorstart und zur Anmeldung für einen neuen Lauf, doch dann wurde das Rennen abgebrochen und dem Racing-Team blieben nur lange Gesichter. Doch was die Mitglieder von „Now Salt“ auszeichnete und die Fans in der badischen Heimat mitfiebern ließ, war die Tatsache, dass das Team nie aufgab und nach dem perfekten Setup suchte: „Wir haben morgen die Chance einen Rekord zu brechen und die werden wir nutzen. Es bleibt spannend“, so die Botschaft am Ende des 4. Renntags. Am letzten Renntag erfolgte um 7.30 Uhr der Aufruf zum 6. Run und zum Tag der Entscheidung. Die Verkleidung mit den badischen Wappengreifen blieb im Camp, Günter Retsch düste um 7.45 Uhr mit der „Diva“ über den Salzsee und erreichte eine Geschwindigkeit von 170.715 Meilen pro Stunde, was den neuen AMA 1000 APS/BG Rekord bedeuten würde. Eine Stunde später wurde der Rekord in einem zweiten Lauf mit 167,410 Meilen pro Stunde bestätigt. Nun geht für das Team die Reise Richtung Las Vegas. Dort lautet das Motto: Was in Vegas passiert, bleibt in Vegas.

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www.badische-zeitung.de

Über den Salzsee in Rekordzeit

Acherner Rennmotorrad rockt.

ACHERN (esp). Die Rennmaschine "Diva" aus Achern wurde zur Königin auf dem großen Salzsee in Bonneville in den Vereinigten Staaten.

Das Rennmotorrad des Acherner Racing-Teams "First Asphalt, Now Salt" mit Fahrer Günter Retsch legte zum Finale mächtig Gummi auf die Piste und sicherte sich somit nach zwei Durchläufen mit einem Mittelwert von 169,063 Meilen pro Stunde – was in etwa 270 Stundenkilometer entspricht – den Rekord in ihrer Klasse. Der Jubel im badischen Fahrerlager kannte daraufhin keine Grenzen. Zwar wurde der anvisierte FIM-Weltrekord mit 230 Meilen pro Stunde (368 Stundenkilometer) nicht geschafft, dennoch war das Team nach den ernüchternden vier Renntagen zuvor einfach nur überglücklich. Nun geht es ab zum Feiern nach Las Vegas – wohin auch sonst.

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News auf Radio Ohr

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www.badische-zeitung.de

BONNEVILLE, UTAH

Acherner "Diva"-Ducati verpasst Weltrekord klar

Mit ihrer Ducati-Rennmaschine "Diva" haben Günter Retsch und sein Team aus Achern den Weltrekord ins Visier genommen. Der wurde klar verfehlt. Warum die Crew trotzdem glücklich ist? Ein Rückblick.

Eine "Diva" aus Achern ist die Königin des großen Salzsees von Bonneville im US-Bundesstaat Utah. Denn das Racing-Team "First Asphalt, Now Salt" aus Achern mit Fahrer Günter Retsch legte zum Finale mächtig Gummi auf die Piste und sicherte sich nach zwei Durchläufen mit einem Mittelwert von rund 169 Meilen pro Stunde (270 Stundenkilometer) den Rekord seiner Klasse.

Zwar wurde der anvisierte Weltrekord mit 230 Meilen pro Stunde (368 Stundenkilometer) nicht geschafft, dennoch war das Team nach den ernüchternden vier Renntagen zuvor einfach nur überglücklich. Nun geht es ab zum Feiern nach Las Vegas. "Für den Weltrekord hat es (noch) nicht gereicht - aber den Rekord in unserer Klasse bringen wir für euch mit nach Hause", so die Botschaft aus Bonneville und das klingt so, als wäre die "Diva" nicht zum letzte Mal über den Salzsee gejagt. "Wir haben unser Projekt verwirklicht" meldete das begeisterte Team getreu Burt Monroes Motto aus dem Film "The World Fastest Indian": "Wenn du deine Träume nicht verwirklichst, kannst du auch ein Stück Gemüse sein."

Wie der Bändiger und Fahrer der Diva, Günter Retsch, berichtete, habe man unbekanntes Terrain betreten und auch einiges Lehrgeld bezahlt. "Das Fahren auf einem Salzsee ist nicht vergleichbar mit Asphalt, es ist wie eine Mischung aus festgefahrenem Schnee und nassem Kopfsteinpflaster."

Nachdem die "Diva" auf dem Salz von Bonneville bockte, der Lenker flatterte und die Maschine sich ab einer bestimmten Geschwindigkeit aufschaukelte, war guter Rat teuer und der Crew raste die Zeit davon. Hinzu kamen Rennabbrüche durch Regen und es fehlte an der Möglichkeit, mehrere Testläufe zu starten und die Feinabstimmung für die salzige Piste vorzunehmen. Der Durchbruch kam am vierten Renntag, nachdem sich die fleißigen "Schrauber und Bäschdler" um Günter Retsch dazu entschieden, die "Diva" gleichsam nackt, also ohne vorderer Verkleidung, zu fahren und in die vordere Radabdeckung Luftaustrittsöffnungen einzuschneiden. Nach langem Warten war nun Licht am Ende des Tunnels zu sehen, denn mit 163.301 Meilen pro Stunde verfehlte Günter Retsch nur ganz knapp den Rekord in der Klasse der Ducati-Rennmaschine. Eilends ging es wieder zurück zum Vorstart und zur Anmeldung für einen neuen Lauf, doch dann wurde das Rennen abgebrochen und dem Racing-Team blieben nur lange Gesichter. Doch was die Mitglieder von "Now Salt" auszeichnete und die Fans in der badischen Heimat mit fiebern ließ war die Tatsache, dass das Team nie aufgab und weiter nach dem perfekten Einstellung suchte. Am letzten Renntag erfolgte um 7.30 Uhr der Aufruf zum 5. Lauf und zum Tag der Entscheidung. Die Verkleidung mit den badischen Wappengreifen blieben im Camp, Günter Retsch düste um 7.45 Uhr mit der "Diva" über den Salzsee und erreichte eine Geschwindigkeit von 170.715 Meilen pro Stunde, was den neuen Rekord bedeuten würde. Einige der Fans saßen zu Hause in Deutschland am Computer und verfolgten über Internetradio den Lauf von Günter Retsch, der kurz vor 16 Uhr mittelbadischer Ortszeit über die Piste ging. Nach dem Reglement war dieser Lauf aber nur dann von Wert, wenn er in einem zweiten Lauf bestätigt wurde und das Bike von offizieller Seite aus auch das Okay bekam. Dies war der Fall, und so startete Günter Retsch eine Stunde später zum Bestätigungslauf. Ergebnis: 167.410 Meilen pro Stunde, was auch deutlich über dem Rekord lag. Nach einem 7. Lauf mit kräftigem Gegenwind und 134.447 Meilen pro Stunde wurde das Bike von den Offiziellen auf Herz und Nieren geprüft und um 14.45 Uhr Bonneville-Zeit lag die Bestätigung für den Rekord vor.

"Auf dem Salzsee fährt es sich wie auf einer Mischung aus festgefahrenem Schnee und nassem Kopfsteinpflaster."

Dass sich dann nach den leicht trüben Vortagen und der bockigen "Diva" die Stimmung unter der Crew und den Freunden deutlich aufhellte, versteht sich von selbst. "Mama, ich rufe erst an, wenn der Günter den Rekord gefahren hat", verabschiedete sich eine Achernerin in Richtung Salzsee und der erlösende Anruf kam am Freitag kurz vor Mitternacht.

Nun geht für das Team die Reise weiter vor allem in Richtung Ausspannen im Zockerparadies Las Vegas.

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Bericht auf baden-online.de

Das 200-PS-Herz schlägt noch

Klassenrekord beflügelt »Nowsalt«-Team, macht es aber nicht reich / Erst Ohnmacht, dann Triumph

Die Männer des Acherner »Nowsalt«-Teams haben ein Stückchen Renngeschichte geschrieben: Sie sind zwar keine Mitglieder im 200-Meilen-Club geworden, dennoch kehren sie mit einer Rekordmarke heim. Mit 167,410 Meilen pro Stunde sind sie die schnellsten ihrer Klasse (1000 APS-BG) geworden.

Ortenau. Die Rennverrückten aus der Ortenau haben die Szene an den Salzseen von Utah ganz schön auf den Kopf gestellt: Sie kamen, sahen und schnappten sich den Klassenrekord. Allerdings lief das nicht ohne Schwierigkeiten ab, denn eineinhalb Renntage waren wegen Regen buchstäblich ins Wasser gefallen, dazu kamen Probleme, die 200 Pferdestärken der Maschine vibrationsarm auf das Salz zu bekommen.

Die »Nowsalter« galten als Frischlinge, schließlich traten sie zum ersten Mal beim Hochgeschwindigkeitsrennen in der amerikanischen Wüste an. Und es war wie ein Paukenschlag, als sie den bestehenden Rekord der »American Motorcyclist Association« (AMA) mit 167,410 Meilen pro Stunde (270,42 Stundenkilometer) in einem der letzten Läufe einstellten. »Einige Teams arbeiten über Jahre dran, ihre Geschwindigkeiten zu verbessern – und schaffen es nicht, einen Rekord einzufahren«, berichtet Team-Mitglied Yven Schneider. Kaum sei das Ergebnis amtlich gewesen, habe es aus allen Himmelsrichtungen Gratulationen geregnet. Und das Team habe natürlich auf den Erfolg angestoßen – auf beiden Seiten des Atlantiks. »Wenn alle wieder zusammen sind, werden wir noch mal feiern«, freut sich Schneider über den Erfolg.

Das wird dann um den 10. September herum sein, denn ein Teil der Mannschaft schaut sich noch in Las Vegas um, darunter Fahrer Günter Retsch. Retsch ist der Star der Mannschaft. »Ohne seine Erfahrung hätten wir das nicht geschafft«, steht für Schneider fest.

Wegen der starken Vibrationen hatten die »Nowsalter« die Carbonverkleidung ihrer Maschine abgeschraubt. »Bei über 270 Stundenkilometern zieht es dich fast von der Maschine«, erläutert Schneider. Dazu komme das schmierige Salz. Es gleiche einer Mischung aus festgefahrenem Schnee und nassen Pflastersteinen. »Keiner aus dem Team hätte das Bike ohne Sturz ins Ziel gebracht.«

Die Aerodynamik der Maschine sei ein Desaster gewesen, deshalb hätte das Team viel darum gegeben, weitere Läufe mit Verkleidung fahren zu können, doch das war ebenfalls ein Rennen gegen die Zeit. Der letzte Renntag reichte nicht mehr aus.

Die meiste Zeit habe die Mannschaft sowieso mit nervenermürbendem Warten zugebracht, sagt Yven Schneider. Zwischen den Läufen sei unter Hochdruck an der Maschine geschraubt worden.

Nicht nur die Nerven, auch das 200-PS-Herz der Maschine, der Ducati-Motorblock, hat gehalten: Ob die Maschine noch einmal über den Salzsee fliegen wird? Diese Frage kann Schneider nicht beantworten. »Vielleicht haben wir ja jetzt Blut geleckt«, meint er leichthin. Lust hätte das Team auf jeden Fall, aber das Projekt habe auch viel Geld verschlungen. »Jeder von uns hat sich privat beteiligt und ohne Sponsoren wäre das nicht zu machen gewesen.« So leicht lasse sich das alles nicht mehr wiederholen.

Ein gut dotiertes Preisgeld haben die Acherner jedenfalls nicht mit nach Hause nehmen können. »Wir haben Ruhm und Ehre«, sagt Schneider mit einem Schmunzeln. »Jedenfalls hat es uns riesigen Spaß gemacht!«